Die erste Hälfte der Rückrunde ist für unsere 2. Herrenmannschaft Geschichte – wenn man so will ein Drama mit Happy End. Aber der Reihe nach: Zum Start ging es für uns am 9.2. nach Cottbus. Dort wartete gleich die erste Überraschung. Mit Marco Schicketanz feierte die langjährige Nummer 1 sein Comeback. Mit seinen Siegen gegen beide Fischers aus Stahnsdorf am selben Tag sorgte er dafür, dass wir die Cottbusser, trotzdem sie in dieser Saison noch nicht ein einziges Mal punkten konnten, sehr ernst nahmen. Und wie sich herausstellte absolut zurecht. Schnell lagen wir 1:3 zurück, kamen zum Ende der 1. Runde dann zumindest auf 4:5 heran. Besonders Benni merkte man noch seine Startschwierigkeiten an, nachdem er seit seiner Rückkehr aus Polen kaum trainieren konnte und zudem nicht gerade optimal abgestimmtes Material bekommen hatte. Zum Glück erwischte Malte einen Sahnetag – oder besser Abend – machte nämlich mit seinen klaren Siegen über Petsch und Schulze alles wieder gut, was noch beim Spiel mit der 3. Herren am Vormittag schief gegangen war. Da auch Martin sein bestes Spiel der Rückrunde gegen Schicketanz an den Tisch bringen konnte und Max im 5-Satz-Krimi gegen Petsch die Nerven behielt, retteten wir uns letztlich sogar mit einer Führung ins Abschlussdoppel. Dieses konnten Dulle und Martin überraschend deutlich (-5,-4,-4) für sich entscheiden, wodurch am Ende ein glücklicher 9:7-Sieg (Sätze 31:31, sogar 2 Bälle weniger als Cottbus) zu Buche stand. Schon am nächsten Tag mussten wir wieder ran und empfingen in der heimischen Halle den Tabellenzweiten aus Charlottenburg. Im Hinspiel hatten wir nur 7:9 verloren und rechneten uns daher je nach Aufstellung der Gäste sogar eine kleine Chance aus. Anders als in den meisten anderen Spielen traten die Berliner dieses Mal mit ihrer Nummer 1 Mirco Albers an, weshalb der starke „Rolex“ Kowalski in die Mitte rutschte. Dennoch sollte ein wahnsinnig enges Match folgen. Um es vorweg zu nehmen, nur 3 der 13 Spiele gingen nicht über die volle Distanz und endeten „klar“ 😉 3:1. Leider hatten wir an diesem Tag nicht die besseren Nerven. Statt eines tatsächlich, wenn wirklich ALLES für uns läuft, möglichen 9:0 stand es zur Hälfte 4:5 gegen uns. Dustin und Martin vergaben einen Matchball im Doppel und letzterer konnte tatsächlich weder ein 2:0 und 8:4, noch ein 2:1 und 8:4 gegen den nie aufgebenden Weihrauch nach Hause bringen. Dulle kämpfte sich nach 0:2 gegen Albers noch in den Entscheidungssatz, konnte diesen jedoch nicht gewinnen. Same procedure dann im nächsten Einzel bei Chris gegen Kowalski. Nach vier 5-Satz-Niederlagen in Folge konnten Max und Dustin endlich zeigen, dass wir auch nervenstarke Akteure in unseren Reihen haben… Aber bei den 4 Punkten blieb es dann auch. Martin und Chris kämpften sich nach Satzrückstand nochmal in den Entscheider – um diesen dann relativ klar zu verlieren. Symptomatisch für dieses Spiel. Letztlich nur 28 Bälle weniger als der SCC, aber eine 4:9Niederlage. Durch ihre Cleverness und „Abgewichstheit“ in den wichtigen Momenten haben sich die Hauptstädter den Sieg verdient und uns aufgezeigt, warum sie am oberen Tabellenende stehen

und wir um den Ligaerhalt kämpfen. Aber aus solchen Erfahrungen heißt es lernen, lernen, nochmals lernen… Die Chance dazu bot uns das 4-Punkte-Spiel um den 1. Nichtabstiegsplatz am 17.2. gegen Eintracht/Südring. Hatten wir in der Hinrunde noch lange Gesichter, nachdem wir eine 8:2Führung nicht in einen Sieg ummünzen konnten, wollten wir es nun besser machen. Südring trat in der Aufstellung des Hinspiels an, während bei uns ja in der Rückrunde Benni für David ins Team gerückt war. Und Benni kam in diesem Spiel endgültig voll bei uns an. Er und Malte schafften gleich zu Beginn ein sehr überraschendes 3:0 gegen das Einser-Doppel der Gäste (Watermann/Düstersiek). Da auch Martin/Dulle gegen Rehse/Bothin die Oberhand behielten, lagen wir nach den Doppeln mit 2:1 in Führung. Das änderte sich jedoch schnell und nach der 1. Runde sahen wir uns plötzlich mit 3:6 im Rückstand. Während Martin zu unsicher auf die Abwehrbälle von Rehse spielte und seine Satzbälle nicht nutzen konnte, kam Dulle gegen Watermann ganz stark zurück. Nach 0:2 und hohem Rückstand im 3. Satz, drehte er die Partie noch und siegte mit 16:14 im 5. Satz. Benni und Chris mussten sich daraufhin der starken Mitte (Schulz und Düstersiek) von Südring geschlagen geben, die schon im Hinspiel 3 Punkte gemacht hatte. Doch unser oberes Paarkreuz schlug zurück. V.a. Dulle belohnte sich und konnte Rehse bezwingen, obwohl er sich im 4. Satz – wie sich später herausstellte – einen Faserriss in der Bauchmuskulatur zuzog. Im wahrsten Sinne des Wortes… Wie schon eingangs erwähnt, zeigte auch Benni (mit neuem Material ;)) an diesem Tag, was er drauf hat. Mit seinem knappen Sieg gegen Düstersiek wahrte er unsere Chance auf einen Punktgewinn. Nun lag es in Dustins Hand. Dulle und Martin hatten das Abschlussdoppel bereits gewonnen, da spielte er noch gegen Arnold (Hinrunde 0:3) und seine unangenehmen Aufschläge. Nach 0:2 Rückstand hatte er sich in den Entscheider gekämpft, sah sich nun aber 2 Matchbällen gegenüber. Mit mutigem Angriffstischtennis wehrte er diese ab und ließ die Halle letztlich über das 8:8 Endergebnis jubeln. So verschieden kann die Stimmung je nach Spielverlauf sein. Dieses Mal waren wir die glücklicheren (34:36 Sätze). Zweimal Unentschieden, die Moral von der Geschicht` ist wohl, dass man als Zuschauer 5 Stunden Zeit einplanen muss, wenn man zum Duell Geltow vs. Eintracht/Südring kommt :). Nach diesem Ergebnis konnten wir uns im nächsten Spiel am 24.2. gegen den direkten Tabellennachbarn TuS Lichterfelde (Hinspiel 9:7) keine Schwäche erlauben. Erste Hiobsbotschaft: Dulle konnte nach seiner Verletzung nicht antreten. Zum Glück sprang David ein (und rettete uns, wiedereinmal den A…). Aber von vorn. Die Berliner kamen im Vergleich zur Hinrunde mit Bülow verstärkt, wodurch Kristen ins untere Paarkreuz rutschte. Unsere Doppeltaktik ging dann gleich gründlich in die Hose. Martin/Max hatten sich zumindest eine kleine Chance gegen Klemming/Hauck ausgerechnet, gingen aber 3:0 unter. Sollte bis auf weiteres ihr letztes Doppel gewesen sei ;). Auch David und Chris verschliefen gegen Kaufmann/Henne und so konnten wir uns

glücklich schätzen, dass der selbsternannte „grottenschlechte Doppelspieler“ Benni bereits zum zweiten Mal – diesmal mit Dustin – ein schweres Doppel siegreich gestalten konnte. Nach der 1. Runde führten wir trotzdem mit 6:3! Das war den hart erkämpften Siegen von David, Martin, Benni, Chris und Dustin zu verdanken. V.a. David, der erst kurz vor dem Spiel entschieden hatte, nicht mit dem Langnoppenschläger anzutreten, mit dem er seit Monaten trainiert, ist hervorzuheben. Er fand mit sicheren Topspinschlägen und gutem Aufschlagspiel das Mittel gegen die unangenehmen Gegenläufer-Kickaufschläge und Kurznoppenbälle von Klemming. Auch Chris schaffte es nach 0:2-Rückstand endlich, sein Spiel so aggressiv zu gestalten, wie er es eigentlich kann. Nachdem die Blockade in der Rückhand gelöst war, lief es rund und er fuhr unseren vierten 5Satz-Sieg ein. In der 2. Runde legten David und Chris bravourös nach und Max konnte auch das letzte Spiel über die volle Distanz für uns entscheiden. Wie schwer das ist, wenn man ein 2:0 und 9:5 inklusive Matchbällen liegen lässt, davon können mehrere Spieler von uns ein Lied singen. Am Ende musste Max sogar selbst Matchbälle abwehren, sicherte aber das Happy End für uns. „Happy“ ist wohl das richtige Wort, denn bei einer Niederlage hätten wir uns in einem schweren Abschlussdoppel wiedergefunden. So ist es ein 9:5-Sieg geworden und wir können gut nachfühlen, was in den Lichterfeldern so vor sich gegangen sein muss. In etwa der Film, der bei uns nach dem SCC-Spiel lief… Insgesamt konnte man in der ersten Hälfte der Rückrunde perfekt sehen, was uns zur Zeit ausmacht. Wenn ein oder zwei Leute mal einen schlechten Tag erwischen, dann lassen sich die anderen nicht davon anstecken, sondern springen in die Bresche (Stichwort „ersatzgestärkt“). Zudem haben wir unseren Edelcoach Thomas und mittlerweile einen kleinen, aber feinen Stamm an Unterstützern von der Zuschauerbank. Mit all´ diesen Vorteilen, sollte es doch möglich sein, in den ausstehenden 5 Partien noch einmal 2 Punkte einzufahren – was uns zum sicheren Ligaerhalt genügen dürfte. Die nächste Chance dazu bietet sich (erneut „ersatzgestärkt“ ;)) am 3.3. bei Berliner Brauereien und v.a. beim nächsten Heimspiel am 7.4. um 12 Uhr gegen Finow.

Martin Gerasch