Historie

Sie sind hier:||Historie
Historie2017-04-02T11:31:48+00:00

Die Sportgemeinschaft Geltow beging im Jahr 2000 ihr 50-jähriges Bestehen. Am 15. Februar 1950 verhalfen sportbegeisterte Bürger von Geltow mit der Gründung der SG Geltow dem traditionsreichen Vereinssport in unserem Ort zu neuem Leben.

Jedoch nicht erst seit 50 Jahren widmen sich die Bürger von Geltow der sportlichen Betätigung aus den unterschiedlichsten Gründen: Spaß und Freude, Wettkampf und Leistung, Fitness und Gesunderhaltung, Ausgleich und Entspannung, Kommunikation und Geselligkeit.
Turnbegeisterte Männer aus Geltow werden wohl diesen unterschiedlichen Beweggründen gefolgt sein, als sie am 1. März 1886 den Männerturnverein (MTV) gründeten. Durch ein über 100 Jahre altes Tagebuch des MTV Geltow erhalten wir interessante und aufschlussreiche Kenntnisse, Einsichten und Einblicke über das damalige Vereinsleben.Nach dem Statut des MTV Geltow verfolgte der Verein den Zweck, seine Mitglieder allseitig körperlich auszubilden. Unter dem Motto des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn: -frisch, fromm, fröhlich, frei- dafür stehen die vier F im Signet des MTV, wurden “durch gemeinsame und regelmäßige Turnübungen, Turnspiele, Turnfahrten und Pflege des vaterländischen Gesanges” ein geselliges Vereinsleben gestaltet. Gesungen wurde zu jeder sich bietenden Gelegenheit Jede Turnstunde, jede Versammlung wurde mit einem Lied begonnen und mit einem Lied beendet. So ist es nicht verwunderlich, dass der im Jahre 1895 gegründete Männerchor „Concordia“ Geltow aus dem MTV Geltow hervorging.

Wie es sich für einen richtigen Verein gehört, bereits in der Gründungsphase hatte er ca. 60 Geltower als Mitglieder, wurde aus ihrer Mitte der 1.Vorsitzende Albert Stolp, ferner ein Kassenwart sowie ein Schriftwart und sogar ein Zeugwart gewählt. Letzterer hatte sich besonders um die Geräte und den Übungsplatz zu kümmern. Einen besseren Mann als Gustav Drevers konnte man nicht finden, stellte er doch seine Gaststätte – späterhin von Lüthgens übernommen – als Vereinslokal und seinen Saal für Übungen und Versammlungen sowie Vereinsvergnügungen zur Verfügung.
Wie sich der Verein in den Anfängen entwickelte, belegt am besten folgender originaler Auszug einer Aufzeichnung aus dem Tagebuch des MTV Geltow von 1886:

„Mit mancherlei Schwierigkeiten und Vorurteilen kämpfend, aber redlich unterstützt von den benachbarten Turnvereinen Caputh und Werder hat er sich (der MTV) unter kräftiger und umsichtiger Leitung zu seiner jetzigen Höhe emporgeschwungen. Praktischer noch als die genannten Vereine hat sich der Potsdamer Männer Turn Verein seiner angenommen durch gelegentliche Turnfahrten nach hier, weil dadurch turnerischer Blick und Anstand dem Geltower Verein mehr und mehr beigebracht wurde.
Den ersten Ausflug machte der Verein in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag zu Pfingsten den 13.Juni. Das Sedanfest beging der Verein am 29.August. Gegen 1 Uhr traten die Turner vor dem Vereinslokal an, und unter Vorantritt der Musik marschierten sie durch das Dorf, unterwegs die Vereinsabzeichen den Ehrenmitgliedern übergebend. Im Birkenwäldchen wurde darauf haltgemacht durch Freiübungen und Turnen am Schaukelreck, ein Schauturnen veranstaltet, darauf fand ein Wettklettern am Tau statt. Ein Ball machte den Abschluss des schönen Festes.
Ein zweiter Ausflug fand statt über Kuhfort, Eiche bis Bornim, von da zurück nach Eiche, etwa 2 Stunden Aufenthalt daselbst und Rückmarsch abends 8 Uhr, diesmal schon mit Spielleuten.“(1)

Noch zwei Auffälligkeiten beim Lesen des Tagebuches des MTV sollen erwähnt werden. Das waren zum einen die recht häufigen Vergnügungen und Feste im Jahr wie Maskenball, Stiftungsfeste und Sportfeste, die immer mit einem Tanzabend endeten, und zum anderen wurden die Wege zu den Sportfesten anderer Vereine auf Schusters Rappen zurückgelegt. Dies war auch am 4. August 1889 so, als die Turner um halb 6 Uhr vom Vereinslokal nach Brandenburg zum Stiftungsfest des Männer-Turnvereins marschierten, dort am Turnen teilnahmen und anschließend wieder zu Fuß den Rückweg antraten. Für uns Zeitgenossen unvorstellbar, aber doch kennzeichnend für den volkssportlichen Charakter des Turnens und den Enthusiasmus der Vereinsmitglieder. Dies betonten immer wieder Willi Katzer und Heinz Rutschke, die der Autor noch als Zeitzeugen befragen konnte.

Willi Katzer erzählte, dass er 1928 Mitglied des MTV Geltow wurde und zwei Jahre später sogar als Vorturner – so wurde damals der Übungsleiter bezeichnet – der 1.Männerriege eingesetzt wurde. Besonders stolz war er auf den Gewinn des vereinsinternen Wanderpokals im Gerätturnvierkampf 1933. Gute Turner in den 30er Jahren waren auch Erich Behrend und Heinz Scheffler.
Nach Aussagen des Willi Katzer gab es zur damaligen Zeit noch einen Radfahrerverein, dessen Vereinslokal und Übungsstätte die Gaststätte Schreiber – jetzt Kunsthandweberei -, und einen Kegelverein, dessen Domizil die Gaststätte Rottstock (jetzt am Grashorn) war.

In der Zeit nach dem 1.Weltkrieg bildete sich ein Arbeiterturnverein in Geltow mit einer Turn- und Ringerabteilung, der aber mit der Machtergreifung des Faschismus verboten wurde.
Im Jahre 1926 kam es auch zur Bildung der 1.Damenriege, deren spätere und jahrelange Turnwartin Irmgard Heinz, verehelichte Stropp, war, die sich vor allem als gute Turnerin auszeichnete. Heinz Rutschke hatte sich nicht nur dem Turnen, sondern auch der Musik verschrieben. So war er sowohl Mitglied des Männerchores „Concordia“ als auch Mitglied des Spielmannszuges des MTV, dessen Nachwuchs er im Spielen der Querflöte unterwies.

Das Tagebuch des MTV Geltow endete 1941 mit den Eintragungen von Heinz Rutschke, dem letzten Schriftwart des MTV. Der 2.Weltkrieg forderte seinen Tribut. Der Krieg hat nicht nur vielen Turnern und Mitgliedern des MTV das Leben genommen, er hat damit auch den MTV Geltow zerschlagen.

Nach 1945 wurde durch die Besatzungsmacht jede Vereinstätigkeit verboten. Dieses Verbot wurde Jahre später gelockert und aufgehoben, so dass am 25. Februar 1950 von 24 sportinteressierten Geltowern die Sportgemeinschaft (SG) Geltow gegründet wurde. Gründungsmitglieder waren unter anderen Christian Bohn, Karl Lübbe, Dr. Karl Knapke, Ludwig Böhm, Helmut Adamschewski, Herrmann Lindemann, Karl-Heinz Splettstößer , Horst Pohl, Klaus Heinz, Emil Schulze, Arthur Knuth, Horst Geßwein August Zachlener, Walter Lüderitz.

Der erste Vorsitzende der SG Geltow war der Sportfreund Klammroth. Da damals jährlich Vorstandswahlen stattfanden und den Mitgliedern noch die Leitungserfahrungen fehlten, wechselten zunächst oft die Vorsitzenden .Edmund Lück 1951/52, Karl-Heinz Splettstößer 1952/53 und danach von 1953 für drei Jahre Ernst Martischewski waren die Vorsitzenden der SG Geltow Arthur Knuth übte in den ersten Jahren die Funktion eines Kassenwarts aus., eine, wie er mir selbst sagte, schwierige Aufgabe . Es fehlte ja nach dem Kriege an allem und der neue Verein stand auch in materieller Hinsicht am Anfang. Oft wurde im Ort Geld gesammelt, um Sportgeräte und Sportkleidung kaufen zu können.

Die Gründung der SG Geltow förderte das Interesse und das Bedürfnis am Sporttreiben in Geltow. Neben der bereits bestehenden Sektion Kegeln entstanden bald die Sektion Fußball und Feldhandball.

Die Damenmannschaft im Feldhandball entwickelte sich sehr schnell zu einem schlagkräftigen Team, dass die SG Geltow über die Kreisgrenzen hinaus bekannt machte. Auf Anhieb wurde die Mannschaft 1952 Kreismeister und spielte ab 1953 in der Bezirksliga eine führende Rolle. Gegen Mannschaften aus Jüterbog, Neuruppin, Kirchmöser, Kyritz oder Hennigsdorf gingen die Geltower Spielerinnen vom Platz. Selbst die Mannschaft von Lok Rangsdorf, die in dieser Saison den Bezirksmeister erkämpfte und danach in die DDR-Liga aufstieg, wurde im Heimspiel mit 6 : 2 bezwungen.

Im November 1953 wurden die Geltowerinnen Wohlauf und Heberer in die Handball-Bezirksauswahl berufen, die im Vergleich mit der Bezirksauswahl Dresden mit 6 : 2 siegte. Weitere Leistungsträger der Geltower Mannschaft waren Käthe Gromann, Hilde Knuth, Maria Martischewski, Ursula Schulze und Lisbeth Larf. Im Dezember 1953 wurde Geltow ungeschlagen Hallenhandball-Kreismeister der Frauen in Potsdam.

Die weiblichen Jugendmannschaften der SG Geltow eiferte der Frauenmannschaft nach und spielten ebenfalls einen gepflegten Handball. So belegte die weibliche Jugend 1953 bei den Hallenhandballmeisterschaften in Potsdam den zweiten Platz In der Bezirksliga bestimmten sie maßgeblich das Niveau mit. Dazu gehörten unter anderen Brigitte Hackenberg (Endert), Adelheit Teuber, Bärbel Burgemeister, Hannelore Haniecke.

Die weibliche Schülermannschaft mit Gudrun Wodak, Ingrid Stecher, Bärbel List, Christel Priplata (Dossow), Jutta Katzer (Lüdicke), Marianne List (Meyer), Anke Frede (Wehner), Karin Kampmeier (Jeschke) Evelin Rutschke und Rosemarie Schreiber wurden im Februar 1954 Kreismeister im Hallenhandball. Erika Schmidt (Frank) hatte als Übungsleiterin einen wesentlichen Anteil an diesem Erfolg.

Leider endete diese Erfolgsstory der Geltower Damenmannschaft mit Beginn der Spielserie im Herbst 1954. Aufgrund der sehr dünnen Spielerdecke, oft traten nur acht statt der notwendigen elf Spielerinnen an , und der Schwierigkeiten beim Erreichen der oft fernen Spielorte (z.B. Wittstock) musste nach vier verlorenen Spielen infolge die Mannschaft zurückgezogen werden. Einige jugendlichen Spielerinnen, die noch bis 1955 für Geltow in der Bezirksliga spielten, schlossen sich der Mannschaft der Pädagogischen Hochschule an. Einige Frauen widmeten sich nun verstärkt dem Kegeln und wie wir weiter sehen werden wieder mit guten Erfolgen.

Bereits vor der Gründung des neuen Sportvereins wurde der Kegelsport als Freizeitsport betrieben, denn Geltow besaß zu dieser Zeit zwei Kegelbahnanlagen. Eine befand sich in der Gaststätte „Grüne Laube“ (jetzt Chausseestr1), die andere in der jetzigen Sportlergaststätte „Am Grashorn“,.

Initiator dieses Freizeitkegelns war Christian Bohn. Der Beweis dafür ist ein Schreiben vom 10.12.1949 an seine Kegelbrüder, die ich in seinen Unterlagen fand und wörtlich wiedergeben möchte:
„Liebe Kegelbrüder !

Ich glaube dem Wunsche aller zu entsprechen, wenn auch wir zu einem gemütlichen Weihnachts-Kegelabend zusammenkommen und ich bitte daher am kommenden Mittwoch, dem 21.12.49 abends um 8 Uhr auf der Kegelbahn zu erscheinen . Spannende Kämpfe mit je 100 Kugeln sollen den Abend beleben und jeder Kegelbruder kann dazu beitragen, indem er ein kleines Weihnachtspaket mitbringt. Jeder soll einen Preis gewinnen. Der „Beste“ soll extra belohnt werden und der nicht zurecht kommen kann erhält einen Trostpreis. Wir wollen auch die NEUNER-WERFER auszeichnen. Also liebe Kegelbrüder erscheint geschlossen in bester Stimmung am kommenden Mittwoch um acht Uhr.

Mit Kegelgruß und Händedruck“

Mit der Gründung der SG Geltow entstand folglich auch die Sektion Kegeln mit ihrem ersten Sektionsleiter Karl-Heinz Splettstößer , der 1953 von Christian Bohn abgelöst wurde. Unmittelbar danach begannen auch die ersten Wettkämpfe, die zunächst als Freundschaftswettkämpfe ausgetragen wurden. So konnte ein Wettkampf am 14.4.195o gegen die Mannschaft vom Kegelclub Himmelfahrt Bornim gewonnen werden.

Die Kegler der ersten Stunde waren Alfred Lübbe, Gerhard Reich, Karl-Heinz Splettstößer, Arthur Knuth, Fritz Schulze, Karl Lübbe, Artur Reichert, Christian Bohn,FritzGromann und Kurt Bastian. Bei den Frauen waren es Martha Splettstößer, Hilde Knuth, Ruth Schulze, Gerda Pennicke, Helga Rieck, Irma Neie, Käthe Gromann und Johanna Jeschke. Also eine noch sehr kleine Gruppe.

Um für den Kegelsport zu werben, veranstalteten die Kegler am 1.Mai 1953 ein Werbekegeln in der „Grünen Laube“. Wie sollte man aber dieses Werbekegeln mit Preisen finanzieren ? Die finanziellen Mittel waren knapp. Für das Benutzen der Bahn musste man Bahngeld zahlen. Da nach jeder Kugel die Kegel mit der Hand aufgestellt werden und die Kugel in die Rücklaufrinne gelegt werden musste, brauchte man Geld für die Aufsetzer. Die Geltower Jungen konnten so ihr Taschengeld aufbessern und bekamen zusätzlich kostenlos eine Bockwurst und ein Getränk.

Die drei Hauptpreise wollte die SG Geltow selbst bezahlen, aber woher sollten die zusätzlichen Preise herkommen .In einem Aufruf des Maikomitees der SG Geltow bat man deshalb die Einwohner um eine kleine Gabe oder Spende. Man orientierte dabei auf Eier, Wurst oder dergleichen. Dieser Aufruf war ein voller Erfolg. Die Geltower Bauern und Einwohner spendeten unter anderen 175 Eier, 3 Schlackwürste, 3 kg Zucker, 2 Flaschen Schnaps, 2 Butterkremtorten, die als Preise beim Kegeln ausgegeben werden konnten. Es waren attraktive Preise für die damaligen Verhältnisse ,denn Lebensmittel gab es auf Lebensmittelkarten. Wollte man zusätzliche Lebensmittel kaufen, musste man teuer bezahlen.

Seit dem März 1951 nahmen die Geltower Keglerinnen und Kegler an den Spielserien der Kreisklassen teil. Mit unterschiedlichen Erfolgen bestritt man die Wettkämpfe bei den Frauen gegen Alt Töplitz, Stahl, Lok sowie Aufbau Brandenburg und bei den Männern gegen Einheit Potsdam, Motor Babelsberg, Motor Teltow, Lok Potsdam und Alt Töplitz.

Gegen Ende der 50ziger Jahre hatte sich die Sektion Kegeln zu einer stabilen Sportgruppe entwickelt. Regelmäßiges Trainieren und gesellige Zusammenkünfte förderten den Zusammenhalt und die Teamfähigkeit. Das war auch ein Verdienst von Christian Bohn, der aufgrund des Alters 1957 von Klaus Heinz als Sektionsleiter abgelöst wurde. Die Erfolge blieben daher nicht aus.

Die Keglerinnen waren es, die zuerst die Leistungsakzente setzten. In der Spielserie 1959/60 wurden sie Staffelsieger in der Kreisliga.

Den wohl spektakulärsten Erfolg einer Sportlerin der SG Geltow gelang Irma Pfeiffer im Jahre 1959. Nachdem sie Kreismeister geworden war und bei den Bezirksmeisterschaften den 2.Platz belegt hatte wurde sie im Juni 1959 Deutscher Einzelmeister auf Bohlebahnen

Zu dieser Zeit wurde die Gaststätte „Zur grünen Laube“ geschlossen. Die Kegler fanden ihr neues Domizil auf der Kegelbahn der Gaststätte „Am Grashorn“. Auch danach setzten die Kegler ihre Erfolgsserie fort. Hilde Knuth erkämpfte 1961 und 1963 den Kreismeistertitel. Die Frauenmannschaft wurde 1965 Kreismeister und die Männer Staffelsieger in der Kreisliga.

Heinz Hofmann übernahm nun von Klaus Pfeiffer die Sektionsleitung, die er über 20 Jahre bis zu seinem Tod ausübte.

Mit der Saison 1968/69 begannen für die Frauen die Wettkämpfe in der Bezirksliga. Bis in die 70ziger Jahre konnten sie sich mit guten Leistungen gegen die Mannschaften von Motor Babelsberg, Motor Hennigsdorf, Motor Teltow, Motor Falkensee, Lok Brandenburg, Lok Luckenwalde und DEFA Babelsberg behaupten.

Im Jahre 1969 wurde Horst Geßwein zum Vorsitzenden der SG Geltow gewählt. Über 30 Jahre leitete er als Vorsitzender und später als Präsident die Geschicke der SG Geltow, worauf ich in gebührender Weise noch einmal zurückkommen werde. Er hatte einen maßgeblichen Anteil daran, dass es ihm zusammen mit dem Vorstand und den Mitgliedern der SG Geltow gelungen ist, 1986 eine neue moderne Kegelsportanlage mit vier Bahnen zu errichten und in Besitz zu nehmen.

Dies hatten sich die Kegler aufgrund ihrer guten sportlichen Leistungen redlich verdient, konnten sie doch in den 70ziger Jahren bei den Frauen und Männern bis in die Bezirksklasse vordringen und den Klassenerhalt über viele Jahre erfolgreich verteidigen.

Um noch einmal auf den Neubau der Kegelbahnanlage zurückzukommen, die Alte war so marode, dass unbedingt eine Neue hermusste. Wo aber dafür das notwendige Geld und Material bekommen? Zunächst konnten über Kommunalverträge mit landwirtschaftlichen Betrieben einige Mittel bereitgestellt werden. Diese Betriebe erhielten dafür die Berechtigung einer begrenzten Mitnutzung ihrer Betriebsangehörigen. Den Hauptanteil erbrachten jedoch die Mitglieder der Sportgemeinschaft, vor allem durch bauliche Eigenleistungen.

Ungewöhnlich und originell war auch der Bauablauf, der unter voller Regie von Heinz Hofmann erfolgte. Durch geschickte Bauweise wurde zunächst der Neubau über den Altbau gesetzt, um damit den Spielbetrieb in der alten Anlage zu erhalten. Danach erfolgte der Innenausbau der neuen Kegelanlage, so dass der Spielbetrieb nur für eine Saison unterbrochen werden musste.

Leider konnte Heinz Hofmann diese neue Bahnanlage nicht bespielen, weil er im Februar 1986 verstarb. In Gedenken an diesen hervorragenden Sportler der SG Geltow veranstaltet die Abteilung Kegeln jährlich ein Heinz Hofmann Gedenkturnier.

Die neue Bahn zahlte sich bald aus .Die Männer wurden 1989 Kreismeister und erkämpften sich 1988/89 den FDGB-Kreispokal.

Nachdem nach der Wende 1990 einige Betriebssportgemeinschaften zerfielen, weil die bisherige finanzielle Unterstützung der Betriebe ausblieb und es vor allem Probleme mit der Nutzung von Kegelanlagen gab, fanden einige Kegelsportler aus Potsdam ihre Heimstatt in der Abteilung Kegeln der SG Geltow. Inzwischen sind sie voll integriert und bringen sich aktiv in das Vereinsleben ein.

Die Kegelanlage wurde ab 1991 mit neuen Motoren und moderner Elektronik ausgestattet. Dass die Kegelanlage sich stets und noch immer in einem sauberen und intakten Zustand befindet, verdankt die Sportgemeinschaft der gewissenhaften Arbeit des Bahnwartes Dieter Burgemeister.

Die kontinuierliche Arbeit der Abteilung fand auch nach der Wende ihren Fortgang. Nachdem von 1986 bis 1988 Lothar Böhnke und von 1988 bis 1992 Wolfgang Geßwein die Abteilung führten, wurde ab 1992 Harry Voß nun schon zum vierten Mal zum Abteilungsleiter gewählt. Für diese langjährige Tätigkeit wurde er 1998 mit der Ehrennadel des Brandenburger Keglerverbandes in Silber geehrt. Diese Auszeichnung erhielt im gleichen Jahr Maria Martischewski anlässlich ihres 75.Geburtstages für ihr langjähriges sportliches Wirken.

Die jahrzehntelange gediegene Arbeit der Abteilung Kegeln der SG Geltow zur Förderung des Kegelsports in Geltow und im Land Brandenburg fand ihre Anerkennung durch die Ausrichtung eines Nachwuchsvergleichskampfes der Auswahlmannschaften Kegeln von Berlin und Brandenburg im August in Geltow. Zu dieser Nachwuchsauswahl gehörten aufgrund ihrer sportlichen Leistungen auch die Geltower Diana Herrmann und Michael Hein, die erneut zu einem Vergleichskampf der Länder im November 93 in die Auswahl des Landes Brandenburg berufen wurden. Dies war auch ein Verdienst von Emil Schulze, der sich neben seiner eigenen sportlichen Aktivität mit entsprechenden Erfolgen vor allem dem sportlichen Nachwuchs widmete. Er hatte auch einen wesentlichen Anteil daran, dass bei den Kreismeisterschaften 1995 die SG Geltow der erfolgreichste Verein im Nachwuchsbereich war, der sich von vier zu vergebenen Titel drei sichern konnte: Jana Herrmann, Nadine Suchner und Stephan Gnutzmann.

Diese Nachwuchsarbeit wurde und wird von Helmut Lange und Dieter Simon erfolgreich fortgesetzt, denn bei den Kreismeisterschaften 1996 wurden Thomas Brandel und Michael Hein Kreismeister, Melanie Törlitz konnte den 2.Platz und Kevin Junker den 3.Platz belegen. Jana Herrmann wurde im gleichen Jahr bei den Juniorinnen Kreis- und Bezirksmeister und belegte bei den Landesmeisterschaften den 3.Platz.

Der Frauenmannschaft gelang 1993/94 erneut der Aufstieg in die Bezirksliga, in der sie 1995/96 in der Besetzung Käthe Gromann, Elke Frey (jetzt verehelichte Enderling), Christa Gromann, Jana Herrmann, Irma Pfeiffer, Eva Karpenkiel, Lisbeth Larf, Ines Lösel und Anett Zart den 2.Platz behaupten konnte. Elke Frey wurde 1996 sowohl Kreis- als auch Bezirksmeister und belegte bei den Landesmeisterschaften den 2.Platz. 1998 wurde sie für kontinuierlich gute sportliche Leistungen mit der Ehrennadel des Brandenburgischen Keglerverbandes ausgezeichnet.

Käthe Gromann wurde in ihrer Altersklasse ab 1993 drei Jahre lang Kreismeister und konnte 1994 bei den Einzel-Landesmeisterschaften den 2.Platz belegen.

Wolfgang Knuth bestätigte seine Auszeichnung 1993 mit der Ehrennadel des Brandenburgischen Keglerverbandes für jahrelange gute Leistungen mit dem Erringen der Kreismeistertitel 1995 und 2000. Er gehörte 1996 zur Auswahl der Senioren A des Kreises Potsdam-Mittelmark, die an den Deutschen Meisterschaften teilnahm. Mit Wolfgang Knuth als Mannschaftsführer erspielte sich die I. Männermannschaft 1996 in der weiteren Besetzung mit Werner Gromann, Martin Friebel, Ingo Gutstein, Manfred Knuth und Mathias Friedrich einen 2. Platz in der Bezirksliga.

Kurt Dumke gehört nun schon seit Jahren der Senioren-Kreisauswahl von Potsdam-Mittelmark an, die 1995 Landesmeister wurde und bei den Deutschen Meisterschaften 1996 den 2.Platz und 1999 den 3. Platz erkämpfen konnten. In diesem Jahr qualifizierte sie sich erneut als Landesmeister für die Deutschen Meisterschaften.

In der Saison 1999/2000 nahmen folgende Mannschaften am Spielbetrieb teil:

Damen, 1.Kreisklasse: Birgit Temel, Ines Lösel, Christa Gromann, Elke Enderling, Irma Pfeiffer, Karola Schirmer
Senioren I, Kreisliga: Dieter Burgemeister, Fritz Willmann, Kurt Dumke, Harry Rohrlack, Eberhard Bertz
Senioren II, Kreisliga: Horst Geßwein, Günter Witte, Peter Friedrich, Rudolf Hertel, August Schulze, Harry Voß
Herren I, Sonderkreisliga: Wolfgang Knuth, Torsten Balzer, Marco Friedrich, Ingo Gutstein, Werner Gromann, Michael Hein, Hartmut Klett
Herren II, Kreisliga: Frank Bachmann, Martin Friebel, Michael Friebel, Mathias Friedrich, Wolfgang Geßwein, Alfons Kasseck, Manfred Knuth
Jugend A, Kreisliga: Thomas Brandel, Kevin Junker, Enrico Meinert

Ein vorläufigen Schlusspunkt in der Leistungsbilanz der Geltower Kegler setzte in der Saison 1999/2000 die Mannschaft der Senioren I. Unangefochten erkämpften sie in der Kreisliga vor den Senioren II von Geltow den ersten Platz und konnten sich nach dem Sieg bei der Relegation am 7.5.2000 in KönigsWusterhausen den Aufstieg in die Landesklasse sichern.

Unübertroffen ist das gesellige Leben in dieser Abteilung mit Fasching, Geburtstagsfeiern, gemeinsamen Radtouren und Besuch von Kulturveranstaltungen initiiert vor allem von den Keglerinnen.

Während das Kegeln schon vor dem 2.Weltkrieg betrieben wurde und eine gewisse Tradition besaß, fing man erst mit der Gründung der SG Geltow mit dem wettkampforientierten Fußballspiel in Geltow an.

Die ersten Gegner waren Ferch und Bliesendorf. Da die Spielerfahrung fehlte, Technik und Taktik kaum ausgebildet waren, musste die erste Geltower Fußballmannschaft Lehrgeld zahlen. Im Dezember 1950 stand die Geltower Mannschaft in der Kreisklasse von 17 Mannschaften an vorletzter Stelle mit 6 : 65 Toren und 3 : 19 Punkten. Arthur Knuth berichtete mir, dass sie oft in einem Spiel Gegentore in zweistelliger Höhe „kassierten“. Die Wegbereiter des Geltower Fußballs waren damals Arthur Knuth, Helmut und Sohn Heinz Adamschewski, Arthur Reichert, Heinz Bülow, Hans Schneider, Ludwig Böhm, Bruno Paech, Horst Pohl, Emil Schulze und Herrmann Lindemann.

Herrmann Lindemann hat besonders in den ersten Jahren die Entwicklung der SG Geltow befördert. Von 1953 bis 1959 war er Vorsitzender der SG und Sektionsleiter Fußball und wurde von 1963 bis 1969 erneut wieder mehrere Wahlperioden zum Vorsitzenden gewählt .Unermüdlich war er in vielen Funktionen für die SG Geltow tätig Dazu möchte ich eine treffende Aussage aus dem „Vereinsgeflüster 1953“ wiedergeben. Das „Vereinsgeflüster“ war eine Festzeitung, in der zu den Weihnachtsfeiern der Sportgemeinschaft in den Jahren 1952 bis 1959 unter dem Motto `Humor ist, wenn man trotzdem lacht` Episoden und Eigenarten der einzelnen Mitglieder in Versform gesetzt wurden.

„Als Spartenleiter(damals Bezeichnung für Abteilungsleiter) findet selten sich solch Mann,
Wie es ist unser langer, dicker Lindemann. Fachausschuss, Schiedsrichter, Fußballer, Einkäufer, Spielertransporteur per Auto, Platzkassierer und Säufer.“

Die Bezeichnung in diesem Vers als Einkäufer bezieht sich darauf, dass Herrmann Lindemann einerseits bei der Handelsorganisation tätig war andererseits einige Fußballer aus Potsdam für die Geltower Mannschaft gewinnen, um nicht zu sagen einkaufen konnte. Seitdem haben immer wieder auswärtige Spieler die Fußballmannschaften von Geltow verstärkt.

Die Verfasser dieser „Vereinsgeflüster“ waren Wolfgang Teuber, Fritz Gromann, Emil Schulze, Klaus Heinz, Lothar Sühring und der noch immer für die Öffentlichkeitsarbeit tätig Sportfreund Herbert (Molli) Lissowski.

Ein weiteres Problem war die Bereitstellung eines geeigneten Spielfeldes. Auf dem jetzigen Sportplatz in Geltow standen früher die Netze der Fischer, mitten durch die Fläche führte ein Wassergraben. Er musste später aufgefüllt werden. Zur Gründerzeit hatte er auch nicht die jetzigen Ausmaße. Unter Mithilfe der ansässigen Gemüse- und Obstanbaubetriebe wurde durch Aufschüttungen die erforderliche Platzgröße erreicht.

Außerhalb spielte man oft auf Sandplätzen, die auch schon mal bergauf gingen. In der Gründerzeit bezahlte jeder seine Spielkleidung selbst .Oft wurde auch in Igelhitschuhen, eine Art Gummischuh, gespielt. Zu den Spielen fuhr man mit dem Fahrrad oder später mit einem für Personentransporte nicht zugelassenen LKW. Ich selbst kann mich noch erinnern, dass die „Alten Herren“ noch Ende der 60ziger Jahre von Horst Pohl, der gleichzeitig auch Spieler war, mit seinem LKW zu den Auswärtsspielen gefahren wurde .Kein Spieler besaß damals einen PKW.

In der Saison 1951/52 startete die 1 Männermannschaft in der Fußball-Kreisklasse Staffel A, musste jedoch ein Jahr später in die II. Kreisklasse absteigen. Zu dieser Zeit gab es neben einer 2. Männer eine gute Jugendmannschaft. Der Aufstieg der 1 Männer in die 1. Kreisklasse gelang 1955.

Alfred Radloff war einer der Potsdamer in der Geltower Mannschaft, der sich bei der Entwicklung der SG Geltow verdient gemacht hat und ihr bis heute die Treue hält. 1959 wurde er zum Vorsitzenden der SG Geltow gewählt, gleichzeitig übernahm er die Leitung der Sektion Fußball. Beide Funktionen übte er bis 1962 aus. Im Jahre 1969 wurde er mit der Ehrennadel des Deutschen Fußballverbandes in Silber geehrt.

Neben den Schwierigkeiten mit der Herrichtung und Unterhaltung des Platzes, gab es zu dieser Zeit das weitere Problem des Umziehens. Dafür standen nur zwei kleine Räume im Dachgeschoss der Gaststätte „Am Grashorn“ zur Verfügung, die nicht mehr ausreichten. Im Dezember 1965 trieb man einen ausgedienten Reisewagen der Deutschen Reichsbahn auf und stellte ihn auf den Platz des heutigen Gebäudes für die Fußballer. Er wurde von den Fußballern so hergerichtet, dass er für das Umziehen genutzt werden konnte.

In den 60ziger Jahren hatte sich die 1. Männermannschaft in der I. Kreisklasse etabliert.
Klaus Rausche, der als aktiver Spieler auch die 1. Männermannschaft betreute, wurde sowohl zum Vorsitzenden als auch zum Sektionsleiter Fußball gewählt. Diese Mehrfachbelastung für Klaus Rausche wurde gemindert, als ein Jahr später wieder Hermann Lindemann bis 1969 den Vorsitz der SG Geltow übernahm.

Im Jahre 1965 erregte die 1. Männermannschaft erstmalig Aufsehen mit dem Gewinn des Kreispokals „Goldener Traktor“. Das war ein Wettbewerb für ländliche Gemeinden, gestiftet von der Sportvereinigung Traktor und wurde über den Kreis- und Bezirkspokal bis zum Republikpokal ausgespielt. Die Sportvereinigung Traktor war ein Dachverband des Sports für den ländlichen Raum.

In dieser Mannschaft stand der 17-jährige Heinz Pohl im Tor, der über eine Sondergenehmigung seit dem Herbst 1964 in der Männermannschaft spielen durfte. Empfohlen hatte er sich für diese Spielerposition mit hervorragenden Leistungen in der A-Juniorenmannschaft von Rotation Babelsberg. Dort hatte er gespielt, weil es damals in Geltow keine Juniorenmannschaft gab. Rotation Babelsberg spielte zu dieser Zeit mit der 1. Mannschaft in der Oberliga, der höchsten Klasse in der DDR. Rotation ließ ihn ungern gehen. Auch den Anwerbungen anderer Vereine widerstand er. Seitdem gehört Heinz Pohl bis heute zu den besten Spielern in der jeweiligen eingesetzten Mannschaft. Als 10jähriger begann 1957 seine Fußballerlaufbahn in der Schülermannschaft der SG Geltow .Noch heute steht er im Tor der Alten Herren Ü 40 seinen Mann und ist damit der dienstälteste aktive Fußballer der SG Geltow.

Ab dem Jahre 1969 begann der Höhenflug der 1. Männermannschaft. Am 7.10.1969 gewann zum ersten mal eine Männermannschaft der SG Geltow den FDGB-Kreispokal. Im Endspiel konnte Empor Beelitz mit 1 : 0 bezwungen werden.

Ein Jahr darauf stand die 1. Männermannschaft erneut im Endspiel wieder gegen Empor Beelitz, unterlag aber mit 0: 1.

Von 1971 an übernahm Horst Poschke die Leitung der Sektion und übte diese Funktion über 20 Jahre aus. Vor dieser Zeit betreute er eine Nachwuchsmannschaft und war als Jugendleiter verantwortlich für alle Fußballmannschaften im Nachwuchsbereich der SG Geltow. Seit 1990 ist er berufenes Mitglied des Kreissportgerichts des Fußballkreises Havelland-Mitte. Klaus Rausche betreute weiterhin die sich auf der Erfolgsleiter befindende 1. Mannschaft. Im Mai 1972 drangen sie bis zum Endspiel um den Bezirkspokal „Goldener Traktor“ vor. In einem dramatischen Spiel in Lehnin gewann Geltow in der Verlängerung gegen Traktor Freyenstein mit 2 : 1.

Im Herbst des gleichen Jahres gewann Geltow erneut den FDGB-Kreispokal mit einen 2 : 0 Sieg im Endspiel gegen RAW Potsdam II. In der Saison 19773/74 wurde Geltow Kreismeister und stieg in die Bezirksklasse auf.